Rückblick 2019

"Die Leiche unterm Laminat oder wo ist die Tante?"

nach Andreas Heck

Nach dem ersten ausverkauften Theaterwochenende folgten am Freitag und Samstag zwei weitere voll besetzte Vorstellungen des Grünen Theaters in Mitlechtern. Voller Begeisterung zeigten sich der Vorstand des Fördervereins der KSG Mitlechtern und die Akteure des Theaters über eine solch positive Besucherzahl: „Seit dem Beginn des Grünen Theaters im Jahr 2001 waren jetzt zum ersten Mal alle Vorstellungen ausverkauft - das freut uns sehr“, so der Vorsitzende des Fördervereins, Uwe Werz.

Einstudiert wurde das Stück von den Akteuren selbst. Bereits im März traf sich die Truppe zur Stückauswahl und den ersten Proben. Die Wahl fiel auf die Komödie „Die Leiche unterm Laminat oder Wo ist die Tante“ von Andreas Heck. Ab Mai wurde dieses Stück dann einmal wöchentlich geprobt. In den letzten Wochen vor den Auftritten traf sich das Ensemble sogar täglich, um einen Erfolg zu garantieren. Mit vier ausverkauften Vorstellungen, herzhaftem Lachen der Zuschauer, welches sich durch die gesamte Aufführung zog, und einem positiven Feedback der Gäste, zahlte sich der Probenaufwand sichtlich aus.

Für die 23-jährige Studentin Lea Nolte war der Auftritt im Grünen Theater dieses Jahr Premiere. Trotzdem übernahm sie gleich äußerst selbstbewusst eine der Hauptrollen. „Ich habe früher schon in der Schule Theater gespielt. Während meines Studiums wurde mir klar, dass ich wieder Theater spielen möchte und so bin ich auf das Grüne Theater in Mitlechtern gestoßen“, erklärte Nolte. Die Proben einiger Stellen im Stück, in denen mehrere Personen gleichzeitig zusammenwirken und ihren Einsatz finden mussten, sind den Akteuren besonders im Gedächtnis geblieben. In solchen Situationen sei jede Menge Konzentration und Teamfähigkeit gefragt gewesen, berichtete das Ensemble.

Leitern, Absperrband und Straßenschilder wiesen beim Betreten des Aufführungsortes, der Halle am Sportplatz in Mitlechtern, bereits auf das zentrale Thema des Stücks – „Baustelle“ – hin: Heiko und seine Freundin Dani, gespielt von Ralf Rössling und Lea Nolte, haben sich ein stark renovierungsbedürftiges Haus gekauft, welches sie zusammen mit dem russischen Gastarbeiter, Wladimir Kolwalski (Mark Eschelbach), sanieren.

Die tückische Verwandtschaft

Damit Heikos Tante Elfriede (Heike Degenhardt) nicht vereinsamt ihren Lebensabend verbringen muss, darf sie bei Heiko und Daniela einziehen. Bis die Wohnung fertig saniert ist, müssen sich die drei auf der Baustelle aufhalten, was eigentlich kein Problem wäre, wenn sich Tante Elfriede nicht als wahrer Haustyrann entpuppen würde, der dem Paar und Wladimir das Leben zur Hölle macht.

Elfriedes Nichte Hilde (Nicole Lenhardt-Haage) vermutet, dass Heiko und Daniela nur hinter dem Geld der Tante her sind. Sie und ihr Mann (Markus Beitz), den sie zu ihrem persönlichen Bediensteten umfunktioniert hat, versuchen alles, um der Tante die Vorzüge einer betreuten Altenwohnanlage nahezubringen, und sich ihr Vermögen schon jetzt unter den Nagel zu reißen. So kommt es, dass Elfriede plötzlich verschwindet und eine große Beule unter dem Laminat im Wohnzimmer zu sehen ist.

Für zusätzliche Aufregung sorgt auch noch Frau Schmitt vom Rimbacher Bauamt (Gabriele Kückmann), die die Bauarbeiten sorgfältig unter die Lupe nimmt. Dabei entgeht ihr auch ein Unfall nicht, der jedoch keinesfalls entdeckt werden sollte, da der Arbeiter schwarz am Werk war. Das führt schließlich dazu, dass am Ende zwei Tanten auf der Baustelle stehen: Wladimir, der sich als solche verkleidet hat, und die wahre Tante, die – von all dem Trubel nichts ahnend – von der Taxifahrerin Linda (Carolin Römer) nach Hause gefahren wurde, was das Fass endgültig zum Überlaufen bringt.

Jubel und Beifall belohnten die acht Akteure, die äußerst selbstbewusst und amüsant ihre Rolle verkörperten. Besonders Mark Eschelbach, der den russischen Gastarbeiter spielte, konnte sich mit seiner Performance jede Menge Lob einholen. Zur Hilfe war den Akteuren jederzeit Souffleuse Nadine Gruß. Um die neue Lichtanlage des Grünen Theaters sowie um den richtigen Ton kümmerte sich Lothar Gruß. Bühnenbild und Dekoration sind mit viel Liebe und Detail von Hans und Ellen Krall kreiert worden.

 


Zeitungsname: Odenwälder Zeitung

Erscheinungsdatum: 08.10.19