Eine Halbzeitbilanz

KSG hat zu wenig ertrag

Den Vertrag mit Spielertrainer Christoph Schamber hat die KSG Mitlechtern vorzeitig verlängert. „Ich bin froh, dass ich weitermachen darf, denn ich habe noch große Ziele. Aber erst mal gehen wir Schritt für Schritt“, sagte Schamber, der beim Fußball-Kreisoberligisten im Sommer sein erstes Traineramt antrat, nachdem er zuvor bereits Co-Spielertrainer beim VfR Bürstadt war.

Die Punktausbeute sei angesichts der gezeigten Leistungen allerdings zu wenig, gibt Schamber zu. Zudem bekam die KSG zwei Punkte wegen fehlender Schiedsrichter abgezogen, was für die kommende Saison inzwischen aber wieder behoben ist. Das macht zur Winterpause Platz elf mit 22 Punkten. Sechs Punkte Rückstand sind es nur auf den Relegationsplatz, den derzeit der SV Unter-Flockenbach II einnimmt. Von daher weiß Schamber, dass seine Mannschaft erst einmal zügig den Klassenerhalt sichern muss.

„Auf der anderen Seite sind es auch nur sechs Punkte auf Platz sechs – und wenn man die zwei abgezogenen Punkte dazurechnet, wären wir gar nicht so weit weg von unserem Saisonziel“, sagte Schamber.

Viele Ausfälle zu verkraften

Die KSG Mitlechtern hatte im ersten Halbjahr mit vielen Ausfällen zu kämpfen, was sicherlich ein besseres Abschneiden verhinderte. „In dieser Häufung habe ich das noch nicht erlebt“, meinte Schamber, der immer wieder zum Umstellen gezwungen war. Mit Marcel Weiland, Julian Schneider und Schamber selbst machten nur drei Akteure alle Spiele mit, allerdings auch nicht über 90 Minuten.

Zugute kam der KSG in dieser Situation die Breite des Kaders, dadurch konnten Lücken gefüllt werden. Die KSG Mitlechtern habe ein familiäres Umfeld, jeder helfe gerne aus – ob auf der Weihnachtsfeier oder eben sonntags, wenn noch jemand für die Bank gebraucht wird. „Da ist sich keiner zu schade dafür, auch Erstmannschaftsspieler helfen in der Reserve aus“, sagte Schamber und lobte die Zusammenarbeit mit den Zweitmannschaftstrainern Heiko Schmidt und Julian Rettig. Auch mit seinem Co-Spielertrainer Jonas Bitsch klappt es prima, allerdings ist noch nicht sicher, ob dieser das Amt aus beruflichen Gründen in der nächsten Saison weiterführen kann. Als Spieler bleibt Bitsch der KSG jedenfalls erhalten.

Neu in der Winterpause kam Adrian Hofmann von Starkenburgia Heppenheim hinzu. Der 19-jährige Defensivspieler habe viel Potenzial, meinte Schamber, müsse sich aber natürlich erst einfinden. Mit Dominik Kiessler (zur Eintracht Wald-Michelbach II) und Ehsan Arfai (Ziel unbekannt) gibt es allerdings auch zwei Abgänge zu verzeichnen.

Schamber hofft jetzt erst einmal auf die Rückkehr der verletzten Spieler. Hoffnungsträger ist Carsten Bitsch, der erst drei Spiele bestreiten konnte. Luca Strubel sollte nach seinem Nasenbeinbruch ebenfalls wieder zur Verfügung stehen. Dagegen rechnet Schamber noch nicht mit Georg Schneider, der eigentlich fest eingeplant war, aber aufgrund seiner anhaltenden Hüftprobleme noch nicht mittrainieren konnte. Alexander Mader droht nach einer schweren Knieverletzung, zugezogen Ende Oktober im Derby gegen den SV Fürth, das Karriereende. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Mader in acht Spielen auch schon sechs Tore erzielt.

Und gerade die Chancenauswertung muss besser werden, fordert der Trainer. „Die Konsequenz im letzten Drittel hat gefehlt“, meinte Schamber, der seine Mannschaft spielerisch auf einem guten Weg sieht. Seine Mannschaft müsse die Konzentration beibehalten, um nicht wie bei der 2:3-Heimniederlage gegen die SG Einhausen noch in letzter Minute mit leeren Händen dazustehen. Bis auf die 0:7-Heimniederlage gegen die SG Unter-Abtsteinach II hat die KSG kein Spiel mit mehr als zwei Toren Unterschied verloren. „Das zeigt, dass wir konkurrenzfähig sind – auch gegen Mannschaften von der Spitze“, sagte Schamber. Der TV Lampertheim wurde zu Hause 3:1 besiegt, auswärts gab es im letzten Spiel des Jahres zudem ein beachtliches 2:2-Unentschieden beim Tabellenzweiten – den Ausgleich fingen sich die Gäste erst in der 88. Minute ein. Auch gegen den Tabellenvierten Auerbach spielte die KSG 0:0 und feierte zu einem wichtigen Zeitpunkt einen 1:0-Heimsieg gegen Starkenburgia Heppenheim.

Gleich gegen den FC Fürth

In der Vorbereitung will Schamber hart arbeiten lassen, damit seine Mannschaft gleich zum Auftakt am 8. März sich zu Hause gegen den FC Fürth für die Hinspielniederlage revanchieren kann, anschließend geht es nach Einhausen – auch mit der SGE hat man nach der Last-Minute-Niederlage in Mitlechtern noch eine Rechnung offen. 


Zeitungsname: Odenwälder Zeitung

Erscheinungsdatum: 31.12.2019