Interview mit Julian Schneider

Unser Erstmannschaftskapitän berichtet ...

 

KSG-Aktuell: Julian, Hand aufs Herz: Das unglückliche Unentschieden vom letzten Sonntag in Einhausen wirkt noch nach oder?

Julian Schneider: „Wir haben direkt nach Abpfiff begonnen, über das Spiel zu sprechen und auch unter der Woche im Training noch einmal. Jedoch gilt es jetzt, die Punkte, die wir liegengelassen haben, zu vergessen und auf das nächste wichtige Spiel zu schauen. Im Hinterkopf bleibt es natürlich noch etwas vorhanden, aber verlorene Punkte kann man so oder so nicht mehr zurückholen.“

 

Euer Saisonstart ist dennoch durchaus gelungen, bis auf das Match in Auerbach habt ihr super Spiele gezeigt. Zufrieden? 

„Vor Saisonstart hätte ich diese Punkte-Ausbeute sofort unterschrieben. Aufgrund von Corona konnte man nur schwer einschätzen, wo man sich im Vergleich zu den anderen Mannschaften befindet. Auf der anderen Seite kann oder muss man sagen, dass es auch schon 15 statt elf Punkte sein könnten. Von einem gelungenen Saisonstart kann man sprechen, jedoch würde ich nicht sagen, dass ich zufrieden bin, denn ausruhen darf man sich in unserer Lage nie. Wer zufrieden ist, wird keinen weiteren Erfolg haben.“

 

Nach sieben Spielen seid ihr mit elf Punkten auf dem 4. Platz der Tabelle? Ist eine Platzierung in dieser Tabellenregion auch am Ende der Saison realistisch? 

„Der aktuelle Tabellenplatz ist der vierte, jedoch sind noch Mannschaften hinter uns, die weniger Spiele haben und uns somit überholen können. Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen und immer 110 Prozent geben und nicht nachlassen, dann können wir auch mit einem sehr schmalen Kader am Ende der Saison in dieser Tabellenregion landen. Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg, geht man aktuell davon aus, dass alle Spiele aufgrund von Corona trotzdem gespielt werden können.“

 

Was macht die Mannschaft aktuell stark? Und was gilt es, zu verbessern? 

„In dieser Saison haben wir unser Spielsystem etwas umgestellt. Mit dem neuen System hatten die bisherigen Gegner doch massive Probleme und konnten sich bisher nicht darauf einstellen. System spielt aber nur so lange eine Rolle, wie jeder Einzelne mitzieht und wir als Team agieren. Dies sehe ich zum jetzigen Zeitpunkt als den wichtigsten Faktor. Wir funktionieren als Mannschaft, spielen und kämpfen füreinander. Zu verbessern gilt es, dass wir mehr Konstanz über 90 Minuten aufzeigen und die schwachen Phasen im Spiel minimieren. Auch gilt es, weiter an der Chancenauswertung zu arbeiten. Wir müssen es auch mal packen, mit nur zwei bis drei Chancen im Spiel einen Sieg einzufahren.“

 

Der heutige Gegner Olympia Lorsch hat sich ordentlich verstärkt und kann eine hochkarätige Offensive aufbieten. Es kommt viel Arbeit auf dich und deinen Defensivverbund zu, oder? Wie wollt ihr die Lorscher knacken?

„In Lorsch wurde die Corona-Zeit genutzt und man hat sich mit vielen Spielern verstärkt, die höherklassige Erfahrung aufweisen. Es gilt jedoch abzuwarten, ob sie es geschafft haben, als Mannschaft zu wachsen. Wir werden nur eine Chance haben, wenn jeder Einzelne seine Aufgabe sauber abarbeitet und Vollgas gibt. Wenn wir ein konzentriertes Offensivspiel zeigen und keinen Zweikampf meiden, werden wir die drei Punkte bei uns behalten.“

 

Die ersten Punktspielwochen der neuen Runde waren corona-bedingt ein heißer Ritt, englische Wochen inklusive. Kommenden Mittwoch heißt es auch wieder „Spieltag“ – im Pokal beim FV Hofheim. Wie groß ist die Belastung aktuell für euren kleinen Kader?

„Gleich zu Beginn kamen zwei englische Wochen auf uns zu und gleichzeitig mussten wir auf verletzte Spieler verzichten. Von Belastungssteuerung konnte man in der Zeit nicht sprechen. Die enge Taktung hat uns einiges abverlangt, wir sind allerdings ohne weitere Verletzte aus diesen Wochen gekommen. Beim Pokalspiel in Hofheim werden wir Unterstützung von der 1b bekommen und somit angeschlagene Spieler schonen können. Nach dem Spiel gegen VfR Bürstadt steht dann ein spielfreies Wochenende auf dem Plan. Hier gilt es, sich zu regenerieren und für die weiteren Spiele bis zur Winterpause noch einmal Kraft zu tanken.“

 

Wenn alle fit bleiben – was ist drin für die Mannschaft in dieser Runde? Welche Ziele habt ihr?

„In einer bis dato sehr ausgeglichenen Runde und zu einem frühen Zeitpunkt zeichnen sich nur geringermaßen Tendenzen einzelner Mannschaften ab. Auch gilt es abzuwarten, ob Corona einen plötzlichen Strich durch die Rechnung macht und der Spielbetrieb abgesetzt werden muss. Unser Ziel ist es, so weit oben wie möglich mitzuspielen und sich dort vielleicht auch mal festzusetzen. Fußball gilt hauptsächlich als Ergebnissport, jedoch sehe ich auch die Weiterentwicklung der Mannschaft als ein wichtiges Ziel, an dem es Woche für Woche weiter zu arbeiten gilt.“

 

Mit 24 bist du bereits Kapitän der Mannschaft und einer der Führungstypen auf und neben dem Platz. Welche Ziele hast du persönlich in der Zukunft mit der KSG und als Fußballer?

„Gerade als Kapitän möchte ich mich nicht auf dieser Position ausruhen, sondern immer weiter an mir arbeiten und mich weiterentwickeln. Im Hinblick auf das Spiel mit Ball gibt es sowohl bei mir als auch im Mannschaftsverbund noch einiges an Luft nach oben. Hier möchte ich gerne noch einen weiteren Schritt nach vorne machen. Für die KSG ist es ein Aushängeschild, in der höchsten Liga im Kreis zu spielen. Ziel sollte sein, diese Klasse zu halten und vielleicht auch mal die Großen zu ärgern und vorne mitzuspielen.“

 

Vielen Dank für das Interview, Julian. Wir wünschen dir und der Mannschaft weiterhin viel Erfolg!

 

 


Veröffentlicht in: Vereinszeitung KSG

Erscheinungsdatum: 11.10.2020